Falsche Schreibweise von „Herzlich willkommen“, gefunden bei EDEKA in Esslingen.

Wissen Sie, wie „HERZLICH WILLKOMMEN“ richtig geschrieben wird?

Herzlich willkommen auf Platz 1 der falschen Schreibweisen

Falsche Schreibweise von „Herzlich willkommen“, gefunden bei EDEKA in Esslingen.

Kein „Herzlich willkommen“ – bei EDEKA in Esslingen wird man nicht korrekt begrüßt. Foto: Katja Rosenbohm

Kennen Sie das auch? Sie sehen im Alltag immer wieder den gleichen, immer wieder falsch geschriebenen Ausdruck. Und Sie fragen sich, woher das wohl kommen mag. Ich habe für mich diese Erklärung gefunden: Man liest so häufig die falsche Variante, dass sie letztlich für richtig gehalten wird.

Ich habe in den letzten Monaten so viele falsch geschriebene „Herzlich-willkommen“-Begrüßungen entdeckt, dass diese Wortkombination in meiner persönlichen Statistik der falschen Schreibweisen mit Abstand auf Platz 1 gelandet ist.

Daraus ist nun eine neue Blog-Kategorie „Herzlich willkommen“ entstanden, die ich Ihnen heute vorstelle. Hier präsentiere ich Ihnen falsch geschriebene „Herzlich willkommen“-Fundstücke aus dem Netz und dem realen Leben. Und wenn Ihnen im Alltag die falsche Begrüßungsformel begegnet, freue ich mich, wenn Sie diese auf einem Foto festhalten und mit mir teilen.

Falsche Schreibweise von „Herzlich willkommen“, gefunden bei Rewe in Fellbach.

Und auch kein „Herzlich willkommen“ – bei Rewe in Fellbach. Foto: Katja Rosenbohm

Falsche Schreibweise von „Herzlich willkommen“, gefunden bei Feneberg in Blaichach.ch.

Ebenso kein „Herzlich willkommen“ bei Feneberg in Blaichach. Foto: Katja Rosenbohm

Herzlich willkommen …

Für diesen Gruß gibt es nur eine (!) korrekte Schreibweise. Als Begrüßungsformel in Verbindung mit „herzlich“ wird „willkommen“ kleingeschrieben, weil „willkommen“ hier ein Adjektiv ist: „Herzlich willkommen!“ – Dagegen handelt es sich beim herzlichen Willkommen um ein Substantiv, das immer großgeschrieben wird: „Wir möchten Ihnen ein herzliches Willkommen bereiten!“

Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen oder verunsichern, wenn Sie wieder einmal auf eine falsche Schreibweise stoßen. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie mit den von Ihnen verwendeten Schreibweisen richtig liegen, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Profi.

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Graf-Riemann/Neuburger: Steckerlfisch (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung: Der Einsamkeit im Alter entkommen und als Senioren-Ermittlerpaar auf Verbrecherjagd gehen

Cover des Kriminalromans „Steckerlfisch“

Cover: Steckerlfisch, © Emons Verlag

Das wird Ihnen mit diesem Krimi serviert: Eine exklusive Residenz in Prien, idyllisch am Chiemsee gelegen, dient als gediegener Altersruhesitz für Senioren. Eine unnahbare Geschäftsführerin teilt mit dem Leiter der Einrichtung nicht nur Berufliches. Eine Krankenschwester, die in ihrer Gottesfurcht nicht zu überbieten ist.  Ein angebliches Wellness-Ressort am Schwarzen Meer, in dem die Senioren mehrere Wochen zur Thalasso-Therapie verbringen sollen.

Was die Idylle trübt: innerhalb der letzten Monate sterben mehr Senioren als gewöhnlich. Und dann verschwindet eine ältere Residenzbewohnerin auch noch spurlos in Rumänien.

Helmut Meißner, pardon: Kommerzialrat Helmut Meißner, ist ein von sich selbst eingenommener alter Kauz, der nach dem Tod seiner Frau Margarete in die Residenz gezogen ist, um der Einsamkeit zu entfliehen. Ihm kommen nach und nach Zweifel, ob die letzten – für ihn unerwarteten – Todesfälle wirklich natürlichen Ursprungs waren. Während er das nähere Umfeld der Residenz unter die Lupe nimmt, knüpft er zarte Bande mit der neuen Bewohnerin Helene, die er zunächst für eine alte Adelsschnepfe hält.

Sein Neffe Stefan Meißner, Hauptkommissar aus Ingolstadt, fährt mit Freundin Marlu, ebenfalls bei der Kripo, nach Prien, um auf Wunsch dessen Vaters dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Ein Pflichtbesuch, echte Sympathie sieht anders aus: „Mein Onkel Helmut. Bruder meines Vaters. Unternehmer, Gründer einer Baumarktkette. Stinkreich, seit ich denken kann.“ (Graf-Riemann/Neuburger, 2016, S. 17)

Die Bewertung: Ein kulinarischer Leckerbissen

Mit Kommerzialrat Helmut Meißner und Freifrau Helene von Hertan hat sich im neuesten Krimi von Lisa Graf-Riemann und ihrem Co-Autoren Ottmar Neuburger ein Ermittlerduo auf den Weg gemacht, das die beiden Profis Stefan und Marlu alt aussehen lässt. Schrullig und liebevoll-garstig im Umgang miteinander, begeben sich die beiden Alten auf Verbrecherjagd. Sogar der Steckerlfisch, der erst nach Auflösung als Trophäe verspeist wird, gerät dabei zur Nebenrolle.

Mein Fazit: köstlich!

Lisa Graf-Riemann/Ottmar Neuburger: Steckerlfisch, Köln, 2016.

Christine Lehmann: Allesfresser (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung: Sind Veganer die moralisch besseren Menschen?

Cover des Kriminalromans „Allesfrsser“

Cover: Allesfresser, © Ariadne Kriminalroman, Argument Verlag

Der beliebte Fernsehkoch Hinni Rappküfer wird seit einigen Tagen vermisst. Als eine per Flaschenpost im Neckar treibende Botschaft entdeckt wird, deutet alles auf seine Entführung hin.

Die Ermittlungen von Polizei und Stuttgarter Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren, als diese zudem auf Tipp der Nachrichtendienste auf das Blog vegancode stoßen. Darin beschreibt ein anonym bleibenden Autor ein sog. Menschenschlachthaus, in dem Menschen wie Tiere ausgebeutet und auf die Schlachtbank geführt werden. „[Ich] unterscheide nicht zwischen menschlichen und tierischen Tieren, zwischen Haustieren und Schlachtvieh.“ (Lehmann, 2016, S. 6)

Könnten sich die schockierenden Andeutungen etwa auf den Verbleib des Starkochs Rappküfer beziehen? Dieser hatte in der Vergangenheit mit seinen provokanten Äußerungen immer wieder die vegane Szene in Aufruhr gebracht. In einem YouTube-Video hatte er der fleischlosen Ernährung jedwede Daseinsberechtigung abgesprochen: „Ich wurde hineingeboren in eine traditionsreiche Vegetarierfamilie. Mein halbes Leben bin ich krank gewesen. Dann habe ich umgestellt auf eine besonders fleisch- und fettreiche Kost.“ (Lehmann, 2016, S. 15)

Das Grauen nimmt seinen Lauf, als in einem stillgelegten Bahntunnel am Stuttgarter Rosensteinpark eine unfassbare Entdeckung gemacht wird: dort befinden sich mehrere, für den Handel bereits portionierte Fleischpakete. Muss man mit dem Schlimmsten rechnen? Als Tierschutzaktivistin schleust sich Lisa Nerz in die vegane Szene ein, um dort verdeckt zu recherieren und so auf neue Spuren im Fall Hinni Rappküfer zu stoßen.

Die Bewertung: Keine leichte Kost

Auch in ihrem elften Fall „Allesfresser“ beweist Lisa Nerz, Journalistin und private Ermittlerin mit persönlichen Beziehungen zur Stuttgarter Staatsanwaltschaft, erneut ihre Belastbarkeit und Ausdauer. Sie ist hart im Nehmen, wenn es darum geht, an wichtige Informationen zu kommen. Wie gewohnt steckt sie ihre Nase in fremde Angelegenheiten, tritt anderen auf die Füße und wirbelt unerschrocken innerhalb einer Gruppe radikaler Veganer jede Menge Staub auf. Für mich einer der besten bisher erschienenen Lisa-Nerz-Fälle.

Christine Lehmann: Allesfresser, Argument Verlag, Hamburg, 2016.

Fehler treten dann auf, wenn es besonders schnell gehen muss

Ein Fall für die Orthogräfin #9: „NEEU LOOKS für den Sommer“ – Oder: Fehler treten dann auf, wenn es besonders schnell gehen muss

Ein Geständnis vorweg

Ich gestehe: ich bin ein Fan von Boden. Mir gefällt die Kleidung und ich mag es, wie sich das Unternehmen präsentiert.

Schnell, schnell, schnell

Katalog-Cover mit Fehler

Fehlerteufel auf dem Katalog-Cover

Beim neuesten Katalog musste es vermutlich besonders schnell gehen … Die Liste, was alles vor Druck noch erledigt werden muss, ist erfahrungsgemäß lang. Dann kann in der Eile aus dem gewünschten Slogan „NEUE LOOKS für den Sommer“ leider auch ein fehlerhaftes „NEEU LOOKS …“ werden.

Fehler passieren

Das Ganze wäre überhaupt nicht schlimm, wenn das Cover – auch wenn es zeitlich knapp ist – noch lektoriert würde. Einem zweiten Augenpaar wäre dieser Fehler bestimmt aufgefallen und alles wäre noch einmal gut gegangen.

Mein Tipp: Wenn es schnell gehen muss (und gerade dann!), sollten Sie nicht am Lektorat sparen. Sonst entstehen in der Eile Fehler, die vor Drucklegung oder Veröffentlichung keinem mehr auffallen.

Nennen Sie den Winter nicht Frühling

Für Sie nachgeschlagen … #3: Nennen Sie den Winter nicht Frühling – Oder: Versprechen Sie nur, was Sie halten können

Foto einer Speisekarte.

Gesehen in Regensburg: „Frühlingskarte“, Foto: Katja Rosenbohm

Woran denken Sie, wenn Sie „Winter“ hören? Sicherlich an Schnee, Eis und Kälte. Dabei wird Ihnen nicht gerade warm ums Herz, oder? Frühling – das klingt doch gleich fröhlicher und lässt einen wie die Sonne strahlen. Endlich wieder die Zeit draußen verbringen, einen Latte macchiato in der Sonne genießen … Warum also nicht direkt den Frühling ausrufen?

Das hat sich vermutlich auch der derjenige gedacht, der diese Speisekarte geschrieben hat. Im Februar.

 

 

 

„Phänologische Frühlingskarte“ – wie klingt das?

Zugegeben, die ersten Sonnenstrahlen locken, die Vöglein beginnen zart zu trällern und Sie erfreuen sich am Anblick von Schneeglöckchen, Krokussen und den ersten Narzissen. Aber das ist noch lange kein Frühling! Oder würden Sie aufgrund der ersten Vorboten schon von Frühling sprechen? Eben. Wenn überhaupt, dann könnten Sie ihn phänologischen Frühling nennen.

Wann wirds endlich Frühling?

Der sogenannte meteorologische Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel nämlich erst heute, wie an jedem 1. März eines Jahres, und dauert bis zum Ende des Monats Mai. Denn eine meteorologische Jahreszeit umfasst immer drei ganze Monate.

Verzwickter wird es obendrein, wenn man von der astronomischen Jahreszeit spricht. Hiernach beginnt der Frühling in diesem Jahr erst am 20. März.

Mein Tipp!

Wenn Ihre Frühlingsgefühle bereits vorm offiziellen Frühlingsstart erwachen, dann benennen Sie dies auch so! Im vorliegenden Beispiel könnte ich mir eine

Karte „für den gefühlten Frühling“
oder eine
„Wir-freuen-uns-auf-den-Frühling“-Karte

wunderbar passend vorstellen. Machen Sie Ihren Kunden nichts vor, denn natürlich wird Ihr Schwindel schnell auffliegen und Sie eiskalt erwischen.