Archiv für den Monat: Januar 2015

Mittags wieder open

Stilblüten des Alltags #2

Mittags wieder open, Foto: Katja Rosenbohm

MITTAGS WIEDER OPEN, Foto: Katja Rosenbohm

Diesen Aufsteller hätte man sich auch sparen können. Oder kann hier jemand mit Sicherheit sagen, was gemeint ist?

  • Der Laden hat im Moment geschlossen, aber mittags hat er wieder geöffnet.
  • Der Laden hatte über einen gewissen Zeitraum mittags geschlossen, jetzt aber hat er mittags neuerdings wieder geöffnet.
  • Die Tür steht mittags wieder offen. (Vielleicht aufgrund der Temperaturen? Das Foto ist im letzten Sommer entstanden)

Mein Tipp: Wechseln Sie in Ihren Texten nicht die Sprache. Bleiben Sie einheitlich. Verwenden Sie die Sprache, die Ihre Zielgruppe spricht und versteht. Und für die englische Version könnten Sie ja noch die Rückseite des Aufstellers nutzen.

600 Schweineschnitzel

Ein Fall für die Orthogräfin #4

Neulich beim Metzger. Die Kundin vor mir in der Reihe bestellt 600 Schweineschnitzel. Ich muss schlucken, mein Kopfkino beginnt: entweder plant die Dame eine gigantische Schnitzelparty oder Lady Gaga ist in der Stadt …Aber außer mir scheint niemand im Laden an dieser Bestellung etwas ungewöhnlich zu finden.

Die Metzgerei-Fachverkäuferin lächelt freundlich, legt vier Schnitzel auf die Waage und wiegt diese aus: „Bitteschön, 600 Gramm Schweineschnitzel, das macht 7,20 Euro.“

In diesem Fall ist nochmal alles gutgegangen, meine Empfehlung lautet allerdings: Lassen Sie in der Kommunikation mit Ihren Mitmenschen nicht einfach die Maßeinheiten weg, sonst brauchen Sie vielleicht eines Tages plötzlich viel Platz in Ihrem Kühlschrank.

Blogwichteln 2014: Wie entsteht bei dir ein Text?

Vor kurzem schrieb ich einen Blogwichtel-Beitrag für den Blog von Textreff-Kollegin Andrea Behnke. Heute wurde ich von der Heidelberger Wortwerkerin Annette Lindstädt beschenkt, sie hat für meinen Blog einen Beitrag geschrieben. Tada! Es ist mir eine große Ehre, hier den Gastbeitrag von Annette Lindstädt zu präsentieren:


Lange Antwort auf eine kurze Frage

„Wie entsteht bei dir ein Text?“ – Diese auf den ersten Blick so einfache Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, wie ich feststellen musste. Denn viele dieser in jahrelanger Praxis eingeschwungenen Prozesse laufen so unbewusst, dass ich mir erst mal selbst über die Schulter schauen musste. Was auch erklärt, warum ich eine reichlich späte Blogwichtlerin bin, wo doch traditionell eigentlich vor Weihnachten gewichtelt wird. Aber vor Weihnachten – na, Sie wissen schon, wie es da ist. Kommt ja immer so plötzlich und alles Optionale fällt hinten runter. Über den Jahreswechsel habe ich pausiert, sodass ich mir erst jetzt den Selbst-Schulterblick genehmigen konnte. Denn das schlug mir die Orthogräfin vor, als wir uns darüber austauschten, womit ich sie denn bewichteln könne: „Ich fände es schön, wenn du schreiben könntest, wie du die Themenbreite abdeckst und an einen Job herangehst.“ Weiterlesen