Archiv für den Monat: November 2015

Die Antwort „weil“ – Jugendsprech in der Werbung

Stilblüten des Alltags #5 Die Antwort „weil“ – Oder: Jugendsprech in der Werbung

Neulich flatterte mir als Postwurfsendung die Werbung eines Telekommunikationsunternehmens ins Haus: „Warum gibt es in meiner Stadt 150 € Willkommensbonus zum DSL-Highspeed-Internet?” – „weil O2”.

Was gibt es an dieser Werbung sprachlich auszusetzen?

Bei dem Wort „weil” handelt es sich um ein Bindewort, auch Konjunktion genannt. Dieses Bindewort hat die Aufgabe, Wörter, Wortgruppen oder Sätze miteinander zu verbinden. Nach der Konjunktion folgt üblicherweise ein Nebensatz (Satzgegenstand + andere Satzglieder + Satzaussage).

Was könnte man ändern?

In der Postwurfsendung lag der Schwerpunkt auf einer plakativen Antwort. Grammatikalisch korrekt wäre etwa: Weil es O2 gibt.

Natürlich ist das allen Beteiligten bekannt und ich weiß auch, dass der grammatikalisch falsche Ausdruck von der Agentur bewusst eingesetzt wurde, denn Werbung möchte verknappen. Im Sinne einer pragmatischen Herangehensweise könnte ich mir deshalb auch einen Kompromiss vorstellen. Weil: O2.

Nicht zu rütteln ist allerdings an der Großschreibung von „weil”.

Werbung eines Telekommunikationsunternehmens

Werbung: „Warum gibt es in meiner Stadt …? weil O2“, (Postwurfsendung Telefónica Germany GmbH & Co., November 2015)

 

 

Anette Huesmann: Blau-weiß-tot – Der badische Krimi (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung

Cover des Kriminalromans „Blau-weiß-tot“

Cover: Blau-weiß-tot © Emons Verlag GmbH, 2015

Ein Eishockeyspiel in der Mannheimer SAP Arena. Die Nürnberger Ice Tigers stehen im Play-off-Viertelfinale gegen Adler Mannheim. Ein Knall ertönt – auf dem Eis liegt ein toter Spieler. Die Täterin wird noch vor Ort verhaftet. Welche Verbindung besteht zwischen ihr und dem Opfer? Ihre Beweggründe bleiben im Dunkeln, das Motiv auch.

Bereits bei der Einlasskontrolle hat Christina Peters, kurz Chris, Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes, ein mulmiges Gefühl, als sie die spätere Täterin nach unerlaubten Gegenständen absucht. Aber sie findet nichts bei ihr: „Die Zuschauerin war sauber.“ Das Misstrauen geweckt, folgt Chris der Frau, kann aber das Schlimmste nicht verhindern.

Kurzzeitig noch als Mittäterin verdächtigt, erhält Chris den Sonderauftrag, die Planung und Organisation des Attentats zu rekonstruieren und mögliche Hintermänner aufzudecken. Der Job ist ihr wichtig, sie hat ein gutes Gespür für Menschen und kann andere leicht durchschauen.

Allerdings befindet sich Chris auch in einer persönlichen Umbruchphase. Sie will ihre Lebensweise ändern und fängt während ihrer Ermittlungen selbst einen Sport an. Es ist keine einfache Zeit für Chris, die während ihrer Ermittlungen auch noch private Angelegenheiten für sich klären muss …

Die Bewertung

Zum Verständnis der Geschichte benötigt man kein Eishockeywissen. Denn die Autorin hat sorgfältig recherchiert und bringt dem Leser und der Leserin das Umfeld nahe. So erfährt man ganz beiläufig, welche Rolle Berater in der Profiliga spielen und über welche Summen dabei verhandelt wird. Zudem erfährt man einiges über schweißtreibendes Kampfsporttraining, das die Ermittlerin in einem Kickbox-Studio absolviert.

Das Umfeld der Eishockeyprofis, eine ungewöhnliche Handlung und die kauzige Ermittlerin machen „Blau-weiß-tot“ zu einem Kriminalroman, den man so noch nicht gelesen hat. Gleichzeitig schenkt Autorin Anette Huesmann der Stadt Mannheim viel Beachtung und setzt ihr dadurch ein liebenswertes Denkmal.

Anette Huesmann: Blau-weiß-tot, Emons Verlag, Köln, 2015.

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