Archiv für den Monat: Juni 2016

Christine Lehmann: Allesfresser (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung: Sind Veganer die moralisch besseren Menschen?

Cover des Kriminalromans „Allesfrsser“

Cover: Allesfresser, © Ariadne Kriminalroman, Argument Verlag

Der beliebte Fernsehkoch Hinni Rappküfer wird seit einigen Tagen vermisst. Als eine per Flaschenpost im Neckar treibende Botschaft entdeckt wird, deutet alles auf seine Entführung hin.

Die Ermittlungen von Polizei und Stuttgarter Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren, als diese zudem auf Tipp der Nachrichtendienste auf das Blog vegancode stoßen. Darin beschreibt ein anonym bleibenden Autor ein sog. Menschenschlachthaus, in dem Menschen wie Tiere ausgebeutet und auf die Schlachtbank geführt werden. „[Ich] unterscheide nicht zwischen menschlichen und tierischen Tieren, zwischen Haustieren und Schlachtvieh.“ (Lehmann, 2016, S. 6)

Könnten sich die schockierenden Andeutungen etwa auf den Verbleib des Starkochs Rappküfer beziehen? Dieser hatte in der Vergangenheit mit seinen provokanten Äußerungen immer wieder die vegane Szene in Aufruhr gebracht. In einem YouTube-Video hatte er der fleischlosen Ernährung jedwede Daseinsberechtigung abgesprochen: „Ich wurde hineingeboren in eine traditionsreiche Vegetarierfamilie. Mein halbes Leben bin ich krank gewesen. Dann habe ich umgestellt auf eine besonders fleisch- und fettreiche Kost.“ (Lehmann, 2016, S. 15)

Das Grauen nimmt seinen Lauf, als in einem stillgelegten Bahntunnel am Stuttgarter Rosensteinpark eine unfassbare Entdeckung gemacht wird: dort befinden sich mehrere, für den Handel bereits portionierte Fleischpakete. Muss man mit dem Schlimmsten rechnen? Als Tierschutzaktivistin schleust sich Lisa Nerz in die vegane Szene ein, um dort verdeckt zu recherieren und so auf neue Spuren im Fall Hinni Rappküfer zu stoßen.

Die Bewertung: Keine leichte Kost

Auch in ihrem elften Fall „Allesfresser“ beweist Lisa Nerz, Journalistin und private Ermittlerin mit persönlichen Beziehungen zur Stuttgarter Staatsanwaltschaft, erneut ihre Belastbarkeit und Ausdauer. Sie ist hart im Nehmen, wenn es darum geht, an wichtige Informationen zu kommen. Wie gewohnt steckt sie ihre Nase in fremde Angelegenheiten, tritt anderen auf die Füße und wirbelt unerschrocken innerhalb einer Gruppe radikaler Veganer jede Menge Staub auf. Für mich einer der besten bisher erschienenen Lisa-Nerz-Fälle.

Christine Lehmann: Allesfresser, Argument Verlag, Hamburg, 2016.

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Fehler treten dann auf, wenn es besonders schnell gehen muss

Ein Fall für die Orthogräfin #9: „NEEU LOOKS für den Sommer“ – Oder: Fehler treten dann auf, wenn es besonders schnell gehen muss

Ein Geständnis vorweg

Ich gestehe: ich bin ein Fan von Boden. Mir gefällt die Kleidung und ich mag es, wie sich das Unternehmen präsentiert.

Schnell, schnell, schnell

Katalog-Cover mit Fehler

Fehlerteufel auf dem Katalog-Cover

Beim neuesten Katalog musste es vermutlich besonders schnell gehen … Die Liste, was alles vor Druck noch erledigt werden muss, ist erfahrungsgemäß lang. Dann kann in der Eile aus dem gewünschten Slogan „NEUE LOOKS für den Sommer“ leider auch ein fehlerhaftes „NEEU LOOKS …“ werden.

Fehler passieren

Das Ganze wäre überhaupt nicht schlimm, wenn das Cover – auch wenn es zeitlich knapp ist – noch lektoriert würde. Einem zweiten Augenpaar wäre dieser Fehler bestimmt aufgefallen und alles wäre noch einmal gut gegangen.

Mein Tipp: Wenn es schnell gehen muss (und gerade dann!), sollten Sie nicht am Lektorat sparen. Sonst entstehen in der Eile Fehler, die vor Drucklegung oder Veröffentlichung keinem mehr auffallen.