Archiv der Kategorie: Stilblüten des Alltags

Die Antwort „weil“ – Jugendsprech in der Werbung

Stilblüten des Alltags #5 Die Antwort „weil“ – Oder: Jugendsprech in der Werbung

Neulich flatterte mir als Postwurfsendung die Werbung eines Telekommunikationsunternehmens ins Haus: „Warum gibt es in meiner Stadt 150 € Willkommensbonus zum DSL-Highspeed-Internet?” – „weil O2”.

Was gibt es an dieser Werbung sprachlich auszusetzen?

Bei dem Wort „weil” handelt es sich um ein Bindewort, auch Konjunktion genannt. Dieses Bindewort hat die Aufgabe, Wörter, Wortgruppen oder Sätze miteinander zu verbinden. Nach der Konjunktion folgt üblicherweise ein Nebensatz (Satzgegenstand + andere Satzglieder + Satzaussage).

Was könnte man ändern?

In der Postwurfsendung lag der Schwerpunkt auf einer plakativen Antwort. Grammatikalisch korrekt wäre etwa: Weil es O2 gibt.

Natürlich ist das allen Beteiligten bekannt und ich weiß auch, dass der grammatikalisch falsche Ausdruck von der Agentur bewusst eingesetzt wurde, denn Werbung möchte verknappen. Im Sinne einer pragmatischen Herangehensweise könnte ich mir deshalb auch einen Kompromiss vorstellen. Weil: O2.

Nicht zu rütteln ist allerdings an der Großschreibung von „weil”.

Werbung eines Telekommunikationsunternehmens

Werbung: „Warum gibt es in meiner Stadt …? weil O2“, (Postwurfsendung Telefónica Germany GmbH & Co., November 2015)

 

 

Der Name ist Programm

Stilblüten des Alltags #4 „Zahnarzt Dr. Putze“ – Oder: Der Name ist Programm

Vor einiger Zeit schrieb ich hier etwas darüber, dass man sich seinen Namen nicht aussuchen kann, es sei denn, es handelt sich dabei um den Namen seines Unternehmens. Im umgekehrten Fall: Wenn heute der Name zur beruflichen Tätigkeit passt, ist dies eher ungewöhnlich – im Gegensatz zum Mittelalter, in dem die weit verbreiteten Berufe der Namensbildung dienten. Und wenn sich zufällig Nachname und Beruf so putzig ergänzen wie in diesem Fall, dann ist es eine Erwähnung wert.

Anhand dieses Beispiels wird gezeigt: Der Name ist Programm.

Gesehen in Stuttgart: „Der Name ist Programm: Zahnarzt Dr. Putze“, Foto: Katja Rosenbohm

Mittags wieder open

Stilblüten des Alltags #2

Mittags wieder open, Foto: Katja Rosenbohm

MITTAGS WIEDER OPEN, Foto: Katja Rosenbohm

Diesen Aufsteller hätte man sich auch sparen können. Oder kann hier jemand mit Sicherheit sagen, was gemeint ist?

  • Der Laden hat im Moment geschlossen, aber mittags hat er wieder geöffnet.
  • Der Laden hatte über einen gewissen Zeitraum mittags geschlossen, jetzt aber hat er mittags neuerdings wieder geöffnet.
  • Die Tür steht mittags wieder offen. (Vielleicht aufgrund der Temperaturen? Das Foto ist im letzten Sommer entstanden)

Mein Tipp: Wechseln Sie in Ihren Texten nicht die Sprache. Bleiben Sie einheitlich. Verwenden Sie die Sprache, die Ihre Zielgruppe spricht und versteht. Und für die englische Version könnten Sie ja noch die Rückseite des Aufstellers nutzen.

drumhairum

Stilblüten des Alltags #1

Seinen Namen kann man sich ja bekanntlich nicht selbst aussuchen. Man muss sich mit dem Namen begnügen, den i.d.R. die Eltern für einen gewählt haben. Anders bei Firmennamen. Hier herrscht so gut wie freie Namenswahl. Mein Eindruck ist, dass vor allem Inhaber von Friseursalons besonders kreativ (oder sollte ich eher „originell“ sagen?) bei der Namensfindung vorgehen.

Friseursalon Drumhairum Bielefeld, Foto: Katja Rosenbohm

Friseursalon Drumhairum Bielefeld, Foto: Katja Rosenbohm

PS: Der Laden sieht übrigens sehr nett aus. Ein-ladend, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer also mal am neuen Bahnhofsviertel vorbeikommt, kann sich ja selbst davon ein Bild machen.