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Graf-Riemann/Neuburger: Steckerlfisch (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung: Der Einsamkeit im Alter entkommen und als Senioren-Ermittlerpaar auf Verbrecherjagd gehen

Cover des Kriminalromans „Steckerlfisch“

Cover: Steckerlfisch, © Emons Verlag

Das wird Ihnen mit diesem Krimi serviert: Eine exklusive Residenz in Prien, idyllisch am Chiemsee gelegen, dient als gediegener Altersruhesitz für Senioren. Eine unnahbare Geschäftsführerin teilt mit dem Leiter der Einrichtung nicht nur Berufliches. Eine Krankenschwester, die in ihrer Gottesfurcht nicht zu überbieten ist.  Ein angebliches Wellness-Ressort am Schwarzen Meer, in dem die Senioren mehrere Wochen zur Thalasso-Therapie verbringen sollen.

Was die Idylle trübt: innerhalb der letzten Monate sterben mehr Senioren als gewöhnlich. Und dann verschwindet eine ältere Residenzbewohnerin auch noch spurlos in Rumänien.

Helmut Meißner, pardon: Kommerzialrat Helmut Meißner, ist ein von sich selbst eingenommener alter Kauz, der nach dem Tod seiner Frau Margarete in die Residenz gezogen ist, um der Einsamkeit zu entfliehen. Ihm kommen nach und nach Zweifel, ob die letzten – für ihn unerwarteten – Todesfälle wirklich natürlichen Ursprungs waren. Während er das nähere Umfeld der Residenz unter die Lupe nimmt, knüpft er zarte Bande mit der neuen Bewohnerin Helene, die er zunächst für eine alte Adelsschnepfe hält.

Sein Neffe Stefan Meißner, Hauptkommissar aus Ingolstadt, fährt mit Freundin Marlu, ebenfalls bei der Kripo, nach Prien, um auf Wunsch dessen Vaters dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Ein Pflichtbesuch, echte Sympathie sieht anders aus: „Mein Onkel Helmut. Bruder meines Vaters. Unternehmer, Gründer einer Baumarktkette. Stinkreich, seit ich denken kann.“ (Graf-Riemann/Neuburger, 2016, S. 17)

Die Bewertung: Ein kulinarischer Leckerbissen

Mit Kommerzialrat Helmut Meißner und Freifrau Helene von Hertan hat sich im neuesten Krimi von Lisa Graf-Riemann und ihrem Co-Autoren Ottmar Neuburger ein Ermittlerduo auf den Weg gemacht, das die beiden Profis Stefan und Marlu alt aussehen lässt. Schrullig und liebevoll-garstig im Umgang miteinander, begeben sich die beiden Alten auf Verbrecherjagd. Sogar der Steckerlfisch, der erst nach Auflösung als Trophäe verspeist wird, gerät dabei zur Nebenrolle.

Mein Fazit: köstlich!

Lisa Graf-Riemann/Ottmar Neuburger: Steckerlfisch, Köln, 2016.

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Anette Huesmann: Blau-weiß-tot – Der badische Krimi (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung

Cover des Kriminalromans „Blau-weiß-tot“

Cover: Blau-weiß-tot © Emons Verlag GmbH, 2015

Ein Eishockeyspiel in der Mannheimer SAP Arena. Die Nürnberger Ice Tigers stehen im Play-off-Viertelfinale gegen Adler Mannheim. Ein Knall ertönt – auf dem Eis liegt ein toter Spieler. Die Täterin wird noch vor Ort verhaftet. Welche Verbindung besteht zwischen ihr und dem Opfer? Ihre Beweggründe bleiben im Dunkeln, das Motiv auch.

Bereits bei der Einlasskontrolle hat Christina Peters, kurz Chris, Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes, ein mulmiges Gefühl, als sie die spätere Täterin nach unerlaubten Gegenständen absucht. Aber sie findet nichts bei ihr: „Die Zuschauerin war sauber.“ Das Misstrauen geweckt, folgt Chris der Frau, kann aber das Schlimmste nicht verhindern.

Kurzzeitig noch als Mittäterin verdächtigt, erhält Chris den Sonderauftrag, die Planung und Organisation des Attentats zu rekonstruieren und mögliche Hintermänner aufzudecken. Der Job ist ihr wichtig, sie hat ein gutes Gespür für Menschen und kann andere leicht durchschauen.

Allerdings befindet sich Chris auch in einer persönlichen Umbruchphase. Sie will ihre Lebensweise ändern und fängt während ihrer Ermittlungen selbst einen Sport an. Es ist keine einfache Zeit für Chris, die während ihrer Ermittlungen auch noch private Angelegenheiten für sich klären muss …

Die Bewertung

Zum Verständnis der Geschichte benötigt man kein Eishockeywissen. Denn die Autorin hat sorgfältig recherchiert und bringt dem Leser und der Leserin das Umfeld nahe. So erfährt man ganz beiläufig, welche Rolle Berater in der Profiliga spielen und über welche Summen dabei verhandelt wird. Zudem erfährt man einiges über schweißtreibendes Kampfsporttraining, das die Ermittlerin in einem Kickbox-Studio absolviert.

Das Umfeld der Eishockeyprofis, eine ungewöhnliche Handlung und die kauzige Ermittlerin machen „Blau-weiß-tot“ zu einem Kriminalroman, den man so noch nicht gelesen hat. Gleichzeitig schenkt Autorin Anette Huesmann der Stadt Mannheim viel Beachtung und setzt ihr dadurch ein liebenswertes Denkmal.

Anette Huesmann: Blau-weiß-tot, Emons Verlag, Köln, 2015.

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Lisa Graf-Riemann: Madame Merckx trinkt keinen Wein – Ein Südfrankreich-Krimi (Rezension)

Eine Krimi-Rezension

Die Handlung

Cover des Kriminalromans „Madame Mercks trinkt keinen Wein“

Cover: Madame Mercks trinkt keinen Wein © Emons Verlag GmbH, 2015

Ein kleines Bergdorf im südfranzösischen Languedoc. Ein Jagdunfall, kurze Zeit später wird ein Dorfbewohner tot aufgefunden. Ein Fall von Herzversagen? Der junge Landarzt Daniel Michelet hat Zweifel und lässt die Leiche im pathologischen Institut von Béziers obduzieren.

Dorfpolizist Marcel sorgt sich umso mehr um seine Teilnahme am New-York-Marathon. Schließlich muss er nun, statt zu trainieren, zwischen dem – zur Aufklärung des Falles aus der Stadt herbeizitierten – schnöseligen Kriminalkommissar Raymond Riquet und den eigensinnigen Dorfbewohnern vermitteln.

Mado, die Witwe des verstorbenen Griesgrams Jean Vidal, gerät unter Mordverdacht. Doch die drei Frauen Arlette, Giselle und Isa halten zu ihrer Freundin und machen sich selbst auf die Suche nach dem Mörder …

Die Bewertung

Schon nach der ersten Seite bin ich selbst mittendrin im Geschehen. Die Beschreibung der Landschaft und ihrer Bewohner erzeugen sofort Bilder in meinem Kopf. Sorgfältig und liebevoll hat Lisa Graf-Riemann die einzelnen Protagonisten geschaffen, jede Person in der Handlung bringt ihre eigene Geschichte mit.

„Madame Merckx trinkt keinen Wein“ ist ein Roman, der Lust auf Südfrankreich macht, man möchte Land und Leute direkt kennenlernen – und nicht zu vergessen, das vorzügliche Essen! Als besonderes Bonbon verrät die Autorin am Ende des Buches, wie die im Roman erwähnten Gerichte zubereitet werden.

Alles in allem ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle! Ein wahrer Augenschmaus.

Lisa Graf-Riemann: Madame Merckx trinkt keinen Wein, Emons Verlag, Köln, 2015.